Alpenüberquerung Berchtesgarden – Lienz

Etappe 1: Königssee (Berchtesgarden) – Kärlingerhaus, 1100hm, 10,6km, ca. 5h

Vom Berchtesgardener Bahnhof geht es mit dem Bus zum Königssee und von dort mit dem Boot weiter zur Anlegestelle St. Bartolomä. Von hier schlängelt sich der Weg zunächst am See entlang, immer weiter ins Tal hinein. Irgendwann fragt man sich, wo es denn später weitergeht; Die Saugasse hoch und das ist saumäßig anstrengend. Die meisten Höhenmeter sind danach geschafft und es geht relativ eben zu ersten Unterkunft: Dem Kärlingerhaus am Funtensee.

Etappe 2: Kärlingerhaus – Riemannshaus, 580hm, 5,97km, ca. 3h

Am zweiten Tag folgt zur Erholung einer kürzere Tour: Es geht weiter zum Riemannshaus. Dabei kann sowohl der westliche, als auch der östliche Weg gewählt werden. Ich habe, wie oben zu sehen, den Westlichen genommen. Hier lag bis in den August hinein noch viel Schnee, Grödel sind von Vorteil. Vom Kärlingerhaus geht es zunächst am Hang entlang, mit bestem Blick auf den Watzmann, hinein ins Steinerne Meer. Neben viel Altschnee kommen immer wieder größere Felspassagen, meist gut mit Markierungen versehen. Neben Schafen begegnet man in den Senken nur Murmeltieren, sodass man sich über den Trubel am Riemannshaus fast schon freut. Letzteres liegt spektakulär am Hang mit Blick auf Maria Alm.

Etappe 3: Riemannshaus – Maria Alm, Abstieg 1380hm, 8,8km, ca. 4h

Vom Riemannshaus geht es hinab nach Maria Alm. Über einen ausgesetzen, in wenigen Teilen versicherten Steig, geht es zügig ins Tal. Schließlich gelangt man auf eine breitere Forststraße, wobei der Schotter aufgrund der Wegneigung rutschig ist. An der Straße angekommen freuen sich die Knie über eine Pause, der Blick zurück zeigt die Gewaltigkeit des Abstiegs.

Etappe 4: Fusch – Gleiwitzer Hütte, 1340hm, 8,7km, ca. 5h

Aufgrund voll belegter Hütten und eines Gewitters ging es von Maria Alm mit dem Bus weiter nach Fusch, um bei schlechtem Wetter nur einen kurzen Aufstieg zur Gleiwitzer Hütte absolvieren zu müssen. Wer besseres Wetter hat, kann von Maria Alm über das Statzerhaus nach Bruck wandern und von dort zur Gleiwitzer Hütte aufsteigen.
Der Aufstieg von Fusch erfolgt zunächst im Wald, bis man schließlich zu einer größeren Hochebene mit Weiden und Kühen gelangt. Von hier ist die Hütte bereits zu sehen, die letzten 300 Höhenmeter werden in engen Serpentinen am Hang zurückgelegt. Die Hütte belohnt einen mit einer malerischen Lage und leckerstem Essen, bevor es in frisch renovierte Lager zum schlafen geht. Für mich die schönste Hütte der Tour, auf der ich, weil das Statzerhaus belegt war, zwei Tage verbringe. Damit bleibt Zeit das schlechte Wetter zu überbrücken und in einer Regenpause Rettenzink und Imbachhorn mitzunehmen.

Etappe 5: Gleiwitzer Hütte – Trauneralm, Abstieg 1350hm, Aufstieg 700hm, 21km

Von der Gleiwtzer Hütte geht es zunächst hinunter nach Fusch und dann über den Höhenweg entlang der Großglockner-Hochalpstraßer ins Tal Richtung Trauneralm. Um die Strecke etwas zu verkürzen/ sich die Straße zu sparen kann man z.B. ein Stück mit dem Bus zurücklegen. Der Weg zur Trauneralm ab Ferleiten zieht sich auf einer Forststraße durch das Tal, stetig ansteigend, bis zur Hütte. Die hat ihren ganz eigenen Charm und ist privat geführt.

Etappe 6: Trauneralm – Glocknerhaus, 1180hm Aufstieg, 570hm Abstieg, 8,7km, ca. 6-7h

Von der Trauneralm geht es einen nach anfänglich flachem Weg steil den Hang hoch zur Pfandlscharte, der Schlüsselstelle der Tour. Auf der Hochebene angekommen offenbart sich bereits das beeindruckende Ausmaß der Scharte. Nach Überquerung des Schmelzflusses geht es westseitig mal auf dem Schneefeld, mal auf dem Schotterhang die Scharte hoch. Oben angekommen ist die Erleicherung groß, doch auch er Abstieg über das große Schneefeld, auf dem Klagenfurter Jubiläumsweg, sollte nicht unterschätzt werden. Hier offenbaren sich bereits die ersten Blicke auf den Großglockner sowie den unterhalb liegenden Stausee. Direkt angrenzend liegt das heutige Ziel: Das Glocknerhaus, zu dem es auf einfacherer werdendem Pfad hinab geht. Am Glocknerhaus selber findet man sich wegen der Hochalpstraße plötzlich in der Zivilisation auf 1500hm wieder.

Etappe 7: Glocknerhaus – Glorer Hütte, 820hm Aufstieg, 290hm Abstieg, 9,5km, 5h

Vom Glocknerhaus geht es zunächst an der Staumauer entlang, weg von der Straße, zurück ins Wanderleben. Je nach Wetter und verbliebener Kondition führt entweder der Wiener Höhenweg etwas anspruchsvoller und länger über die Salmhütte zur Glorer Hütte oder der Leitersteig im Tal entlang. Auf Letzterem geht es am Leiterbach stetig aufwärts zur Glorer Hütte. Der Weg ist ein gemütlicher Pfad über Wiesen, an wilden Pferden vorbei, nahezu malerisch. Die Hütte selbst liegt traumhaft gelegen auf der Scharte vor Heiligenblut, die Aussicht kann in beide Richtungen genossen werden.

Etappe 8: Glorer Hütte – Elberfelder Hütte, 460hm Aufstieg, 770hm Abstieg, 9,5km, 5h

Von der Glorer Hütte geht es östlich am Kastenegg vorbei. Die nächste Scharte hinauf, wo das Gernot-Röhr-Bowak steht (von hier besteht die Möglichkeit die Tour bei gutem Wetter um das Böse Weibl zu erweitern). Im Abstieg geht es nun steinig/ geröllig hinab zur Elberfelder Hütte. Dabei ist Trittsicherheit gefragt, der Weg ist gut markiert, dennoch ist die Wegfindung nicht immer einfach. Das Runterladen der Wanderkarte lohnt hier zusammen mit dem GPS umso mehr. Der Name Schottergruppe scheint für die Schobergruppe ebenso passend. Die Hütte wiederum ist einmal mehr Belohnung für den nächsten geschafften Abschnitt; Mit Sonne auf der Terasse.

Etappe 9: Elberfelder Hütte – Lienzer Hütte Aufstieg 370hm, Abstieg 740hm, 7,14km, 4h

Von der Elberfelder Hütte geht über die Gößnitzscharte zur Lienzer Hütte. Passend zur letzten richtigen Tour bei strömendem Regen und Gewitter. Zur Scharte hinauf führt der Schottergruppe angemessen Schotter und Blockschutt, bis es von dort über einen Pfad hinunter zur Lienzer Hütte geht. Bei gutem Wetter kann man an dieser Stelle auch weiter nach Lienz wandern. Die Wanderung ist über die Forststraße einfach, die Kilometer bis zu Ankunft im Tal ziehen sich jedoch.

Etappe 10: Lienzer Hütte – Lienz

Von der Lienzer Hütte geht es auf der Forststraße hinunter ins Tal. Es offenbart sich auf der anderen Seite kurz vor Lienz der Blick auf die Lienzer Dolomiten. Wer noch Kraft für ein paar extra Höhemeter hat, kann auch den Höhenweg wählen. Der Weg bis in die Stadt zieht sich jedoch auch ohne die Extrameter. Da ist das Eis in Lienz so oder so verdient!

Tourenlinks:
Etappe 1: Königssee -Kärlingerhaus | Wanderung | Komoot
Etappe 2: Kärlingerhaus – Riemannshaus
Etappe 3: Riemannshaus – Maria Alm
Etappe 4: Fusch – Gleiwitzer Hütte
Etappe 5: Gleiwitzer Hütte – Trauneralm
Etappe 6: Trauneralm – Glocknerhaus | Wanderung | Komoot
Etappe 7: Glocknerhaus – Glorer Hütte
Etappe 8: Glorer Hütte – Elberfelder Hütte
Etappe 9: Elberfelder Hütte – Lienzer Hütte
Etappe 10: Lienzer Hütte – Lienz

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