Die Sextner Dolomiten im Herbst

Auf einer Suche nach einer Wanderung im Herbst? Dann sind die Dolomiten genau das Richtige!
Wer mit dem Camper oder Zelt unterwegs ist, wird in den Dolomiten auch in dieser Jahreszeit fündig. Wir sind auf dem Caravan Park Sexten untergekommen, der perfekte Ausgangspunkt für diverse Tagestouren.

Touren:

  • Monte Elmo – Hornischegg
  • Fischleintalboden – Drei Zinnen
  • Pragser Wildsee – Seekofel

Über den Monte Elmo zum Hornischegg
1160hm, 17,8 km, ca. 5h

Anreise/drum herum:
Der Monte Elmo und das Hornischegg liegen gegenüber der Sextner Dolomiten, nordöstlich von Sexten. Obwohl sie selbst eher unspektakulär wirken, ist es die Aussicht von Ihnen umso mehr.
Als Start bietet sich die Talstation der Drei Zinnen Bahn bei Moos an. Diese ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, parken konnten wir umsonst.

Die Wanderung:
Zunächst geht es etwas oberhalb des Tales am Hang entlang Richtung Monte Elmo (der Start liegt unterhalb des Hornischegg). Der Weg führt relativ eben durch den Wald, zwischendurch kreuzt man die Skipisten. Auf einer Forststraße werden die ersten Höhenmeter in Serpentinen zurückgelegt. Anschließend bietet sich auf einer Hochebene der erste schöne Blick auf die gegenüberliegende Rotwand (s.o.). Durch einen Wald schlängelt sich der Weg nun steil immer den Kamm des Monte Elmo hinauf. Das letzte Stück zum Gipfel wird mit einer tollen Aussicht nach Westen, bei guter Sicht bis zur Wildspitze, belohnt. Eingerahmt wird das ganze im Herbst von orangener und gelber Farbenpracht. Oben angekommen enthüllt sich das von unten niedlich wirkende Gipfelhaus eher als Ruine. Überall ist zu spüren, dass es sich um einen Grenzberg zwischen Italien und Österreich handelt, überall finden sich Spuren des ersten Weltkrieges.
Auf dem Karnischen Höhenweg geht es auf dem breitem Kamm weiter zur Sillianer Hütte. Dannach wird der Weg am Gipfelanstieg zum Hornischegg minimal ausgesetzter, ist jedoch durchweg gut begehbar. Die Aussicht belohnt auch für den zweiten Anstieg: Nach Norden hat man besten Blick auf den Großglockner, Richtung Osten sind die Lienzer Dolomiten zu bestaunen und im Süden eröffnet sich bereits ein Vorgeschmack auf die Sextner Dolomiten.
Anschließend geht es hinab zur Bergstation der Drei Zinnen Bahn. Neben der Aussicht sollte man auf den Hauptweg achten, denn aufgrund der Beliebtheit gibt es viele kleinere Pfade. Wer sich die letzten 550hm und 6km sparen möchte kann nun mit der Bahn fahren. Ansonsten geht es über einen breiten Schotterweg zum Ausgangspunkt zurück.

Tipps und Anmerkungen:
Die Sillianer Hütte hat von Juni bis Oktober geöffnet. Die Drei Zinnen Bahn ist von Juni bis November und Dezember bis April geöffnet. Es lohnt sich vorher nochmal die aktuellen Betriebszeiten nachzuschauen und sich ausreichend Proviant und Getränke einzupacken.

Vom Fischleintalboden zu den Drei Zinnen
1240hm, 19,4km, ca. 7h

Anreise/drum herum:
Auf dieser Tour soll es von Norden aus zu den Drei Zinnen gehen. Überlaufen, aber doch ein Muss, wenn man schonmal da ist. In das Fischleintal kommt man in der Wandersaison gut mit dem Bus. Im November mussten wir um früh genug zu starten leider das Auto nehmen. Dafür war der Parkplatz außerhalb der Saison umsonst.

Wanderung:
Vom Fischleintalboden geht es an einigen Gasthäusern vorbei auf einem breiten Forstweg „rein in die Dolomiten“. Neben den riesigen Felsen kommt man sich klein vor, der Forstweg zieht sich und im November ist es in diesem nördlichen Tal eiskalt, trotzdem es im Tagesverlauf am Berg fast sommerlich wird. Vor einem türmt sich der Einserkogel auf. Nach einer kleinen Brücke gabelt sich der Weg. Wir wandern den Hang hinauf und östlich am Einserkogel vorbei. Der immer weiter ins Bild kommende Zwölferkogel ist nicht weniger eindrücklich und an der gegenüberliegenden Wand meint man öfters den bekannten Alpinisteig zu erahnen. Stetig mit wunderbarem Panorama geht es in Richtung Zsigmondyhütte, an der ein Gedenkstein an Abstürze am Zwölferkogel erinnert. Auf dem Weg begegnen einem Gedenktafeln für gefallene Soldaten des ersten Weltkrieges. Beim Anblick der beeindruckenden Felsformationen kann man sich kaum vorstellen, dass hier einst jahrelange Kämpfe stattfanden.
Von der Zsigmondyhütte geht der Wanderweg weiter über das Oberbachernjoch zur Büllelejochhütte. Der Blick vom Joch lässt einen in der Schönheit dieser Bergwelt innehalten. Dolomitenwand hinter Dolomitenwand türmt sich vielgestaltig auf. Über das Büllelejoch geht an den Bödenseen vorbei zur Drei Zinnen Hütte. Der Abstieg im Schotterfeld verlangt etwas Trittsicherheit, der restliche Weg zur Hütte ist ein eher breiterer ausgetrampelter Schotterpfad. Bei der Hütte angekommen lohnt sich der Abstecher Richtung Toblinger Knoten (Klettersteig) oder Sextner Stein, um den Blick auf die Drei Zinnen zu genießen.
Hinab geht es aus Richtung Westen auf einem nicht endend wollenden Pfad durch die Latschenkiefern. Anschließend zieht sich die Forststraße bis zum Fischleintalboden.

Tipps und Anmerkungen:
Die Drei Zinnen sind in der Saison sehr überlaufen, sodass sich in einem schneefreien Herbst die Wanderung umso mehr lohnt. Die Hütten sind ab Ende September/ Anfang Oktober geschlossen, sodass an ausreichend Proviant und Wasser gedacht werden muss. Für die Temperaturen im Tal lohnen morgens Mütze und Handschuhe.

Pragser Wildsee und Seekofel
1320hm, 15,6km, ca. 6h

Anreise/drum herum:
Der Pragser Wildsee ist dank sozialer Medien extrem überlaufen, umso schöner ist die Ruhe mit gigantischer Aussicht, die man im späten Herbst genießen kann. Der See bietet mit seiner Spiegelung das perfekte Fotomotiv und auch der Seekofel ist eine Wanderung wert. Außerhalb der Saison ist die Straße kostenlos befahrbar, der Parkplatz kostenpflichtig. Der Pragser Wildsee ist mit dem Bus ebenso gut erreichbar.

Wanderung:
Wir starten auf der östlichen Seite am Pragser Wildsee entlang. Die Spiegelung des Seekofel im Wasser wird vom Herbst eingerahmt und wie häufig am Beginn einer Wanderung sieht das Ziel kaum erreichbar aus. Stück für Stück nähert man sich. Am Südlichen Ende des Sees zweigt der Wanderweg in ein breites Schuttfeld ab. Ein ausgetrampelter Pfad macht Auf- wie Abstieg deutlich angenehmer. Je höher man kommt umso ausgesetzter wird der Weg, kleinere Stellen sind Drahtseilversichert. Schließlich quert man die Flanke des Seekofels östlich und gelangt in eine größere Hochebene mit Blick auf den Gipfelanstieg über einen langgezogenen Bergkamm. Richtung Osten sind von hier bereits die Drei Zinne zu sehen. Der Weg schlängelt sich hoch bis zur Scharte kurz oberhalb der Seekofelhütte.
Ab hier geht es steil hinauf, die letzten 350hm sind auf nur 1km verteilt. Bei leichteren Kletterstellen wird der Grat zeitweise sehr ausgesetzt. Der Blick über die Drei Zinnen und diverse 3000er im Süden lässt einen innehalten. Wir sind an diesem Tag auf dem Grat umgekehrt. Für schwindelsichere Wanderer ist das letzte Stück zum Seekofel sicher gut machbar. Hinab geht es auf demselben Weg, der Abstieg zum See zieht sich. Unten angekommen geht es auf der westlichen Seeseite zurück zum Parkplatz.

Tipps und Anmerkungen:.
Aufgrund der Höhenmeter zieht sich die Tour in die Länge, sodass man gerade im späten Herbst unbedingt früh losgehen sollte. Es gibt unterwegs keine Auffüllmöglichkeiten für Wasser. Die Seekofelhütte hat von Juni bis Oktober geöffnet.
Aufgrund der Höhe des Seekofels sollte man im Herbst unbedingt die aktuelle Schneefallgrenze beachten.

Tourenlinks

Monte Elmo – Hornischegg | Wanderung | Komoot
Fischleintalboden – Drei Zinnen | Wanderung | Komoot
Pragser Wildsee – Seekofel | Wanderung | Komoot

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